Strommix in Deutschand + Europa 2020!

Unter dem Begriff Strommix verstehen wir die anteilige Zusam­men­setzung von Strom, den Sie von regio­nalen und überre­gio­nalen Strom­an­bietern erhalten. Dabei geht es ausschließlich um die Anzeige und Infor­mation der genutzten Energie­träger, die die unter­schied­lichen Strom­tarife berück­sich­tigen. So möchten wir Sie im folgenden Ratgeber unter anderem darüber aufklären, wie der Strommix in Deutschland aussieht und woher der Strom kommt.

Gemäß der EU-Richt­linie 2009/72/EG ist die Strom­kenn­zeichnung gesetzlich vorge­schrieben. Das heißt, dass Sie als Verbraucher das Recht haben, sämtliche Infor­ma­tionen hinsichtlich Ihrer aktuellen Strom­zu­sam­men­setzung zu erhalten. Das gilt insbe­sondere dann, wenn Sie unseren kosten­losen Strom­ver­gleich nutzen und Online einen neuen Strom­tarif abschließen möchten. Einzelne Preis­be­stand­teile spielen an dieser Stelle keine Rolle, da es nur um die Abbildung der jewei­ligen Strom- und Energie­quellen geht. Diese unter­scheiden wir zwischen konven­tio­nellen und regene­ra­tiven Energien, wobei eine Kombi­nation der Energie­träger nach wie vor üblich ist.

Strommix 2020 für Deutschland

Wie ist der Strommix in Deutschland?

In den letzten 15 Jahren hat sich der Strommix in Deutschland deutlich verändert. So steigt der vorge­schriebene Anteil an erneu­er­baren Energie­trägern nach dem Erneu­er­baren-Energien-Gesetz (EEG) konti­nu­ierlich an. Aktuell liegt dieser bei knapp 50% am gesamten Strommix. 2014 waren es lediglich 25%. Im Rahmen der Energie­wende fordern immer mehr Menschen, vollständig auf die Gewinnung von Ökostrom zurück­zu­greifen. Damit geht das Ende der Förderung von Braun­kohle, Stein­kohle und Kernkraft als mögliche Energie­träger einher.

Da die Tarife mit 100% Ökostrom noch etwas teurer sind, wünschen sich viele Verbraucher ein gesundes Verhältnis aus Preis und Umwelt­freund­lichkeit. Der fortlau­fende Ausbau von Wind- und Solar­an­lagen hat bereits dazu geführt, dass die Kosten für Ökostrom­tarife langsam sinken. Leider steigen parallel dazu auch die Kosten für staat­liche Steuern und Abgaben, die sich u. a. in der Erhöhung der EEG-Umlage wieder­spiegeln. Nicht zuletzt deshalb ist ein trans­pa­renter und detail­lierter Strom­preis­ver­gleich wichtig, um den besten Strommix zum günstigsten Strom­preis zu finden.

Für das Jahr 2019 gilt laut dem Fraun­hofer Institut der folgende durch­schnitt­liche Strommix für Deutschland (siehe Infografik):

  • Windenergie: 25,3%
  • Braun­kohle: 19,9%
  • Kernenergie: 13,1%
  • Stein­kohle: 10%
  • Solar­energie: 9,5%
  • Erdgas: 9,3%
  • Biomasse: 8,5%
  • Wasser­kraft: 4%
  • Erdöl: 0,4%

Bei Ökostrom­ta­rifen liegt der Anteil an erneu­er­baren Energien bei 100%, so dass hier keine konven­tio­nellen Energie­träger genutzt werden. Die Tarife sind umwelt­freundlich, da keine CO2-Emissionen entstehen. Radio­ak­tiver Abfall entfällt.

Strommix der Anbieter 2019

Jeder Strom­an­bieter in Deutschland hat die Möglichkeit, Strom aus unter­schied­lichen Quellen nach eigenen Vorstel­lungen anzukaufen und zu einem eigenen Strommix zu kombi­nieren. Dabei orien­tieren sich die Anbieter an den Wünschen und Bedürf­nissen der Verbraucher, so dass es darum geht, günstigen und vor allem umwelt­freund­lichen Strom zu produ­zieren und anzubieten. Ökostrom­tarife sind unlängst Standard und bei allen großen Strom­an­bietern im Angebot zu finden. Dazu gehören u. a. E.ON, Vattenfall und EnBW sowie zahlreiche regionale Stadt­werke. Strom­ver­sorger wie RWE haben sich bereits das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2040 Strom vollständig klima­neutral zu produ­zieren. Das bedeutet 100% Ökostrom im Strommix. Dieser unter­scheidet sich dann nur noch in den unter­schied­lichen Anteilen erneu­er­barer Energie­träger wie Windenergie, Wasser­kraft, Solar- bzw. Sonnen­en­ergie sowie Biomasse.

Da die Anbieter verschiedene Energie­träger nutzen, fällt auch deren Gewichtung unter­schiedlich aus. So finden Sie im Folgenden wichtige Details und Infor­ma­tionen zur Strom­kenn­zeichnung der einzelnen Strom­ver­sorger. Der deutsche Ausstieg aus der Atomenergie ist jedoch bereits beschlossene Sache und frühestens ab 2020 mit der Abschaltung der letzten Atomkraft­werke in Deutschland Realität.

E.ON Stromkennzeichnung

In Bezug auf die Gesamt­strom­lie­ferung gehört E.ON zu den namhaften Strom­an­bietern mit einem hohen Anteil an nachhaltig gewon­nenem Strom. So liegt der Energiemix des Unter­nehmens derzeit bei ca. 50% Strom aus erneu­er­baren Energie­quellen im Sinne der EEG-Förderung. Darüber hinaus werden sonstige erneu­erbare Energien verwendet, um umwelt­freund­lichen Strom zu produ­zieren. Der konven­tio­nelle E.ON Strom­tarif setzt sich beispiels­weise aus den folgenden Energie­trägern zusammen:

  • erneu­erbare Energien nach EEG: 55,6%
  • sonstige erneu­erbare Energien: 0,1%
  • Kohle: 22,3%
  • Kernkraft: 15,8%
  • Erdgas: 5,5%
  • sonstige fossile Energien: 0,7%

Vattenfall Stromkennzeichnung

Auch Vattenfall hat seinen Anteil an erneu­er­baren Energien im Energiemix deutlich erhöht. Dieser liegt heute bei ca. 55%. Ähnlich wie bei E.ON und anderen Energie­riesen setzt sich der Strom aus konven­tio­nellen und regene­ra­tiven Energie­quellen zusammen. Entscheiden Sie sich für einen reinen Ökostrom­tarif, nutzen Sie zu 100% Strom aus regene­ra­tiven Energien. Die Vattenfall Strom­kenn­zeichnung für 2019 lautet wie folgt:

  • erneu­erbare Energien nach EEG: 55,6%
  • sonstige erneu­erbare Energien: 0%
  • Kohle: 25,6%
  • Kernkraft: 1,9%
  • Erdgas: 15,8%
  • sonstige fossile Energien: 1,1%

EnBW Stromkennzeichnung

Im aktuellen EnBW Strommix für 2019 liegt der Ökostrom-Anteil bei mindestens 55,6%. Hinzu kommen je nach Tarif weitere Anteile aus sonstigen erneu­er­baren Energien. Damit ist der Ökostrom-Anteil in den vergan­genen vier Jahren um ca. 10% gestiegen. Das zeigt, wie wichtig die Nutzung erneu­er­barer Energien in Deutschland geworden ist. Der Trend geht klar in Richtung Ökostrom. Die Strom­kenn­zeichnung für EnBW Normal­strom berück­sichtigt folgende Anteile:

  • erneu­erbare Energien nach EEG: 55,6%
  • sonstige erneu­erbare Energien: 0%
  • Kohle: 20,1%
  • Kernkraft: 19,6%
  • Erdgas: 2,4%
  • sonstige fossile Energien: 2,1%

innogy Stromkennzeichnung

Der Strom­an­bieter innogy SE gehörte bis zum September 2019 zur RWE Gruppe. Heute ist der Strom­ver­sorger eine Tochter­ge­sell­schaft von E.ON. Auffällig ist, dass die innogy Standard-Strom­tarife vor allem Strom aus Stein­kohle berück­sich­tigen. Der Anteil liegt hier bei 35,9%. Bis heute stellt die Stein­kohle im Raum Nordrhein-Westfalen eine wichtige Ressource zur Energie­ge­winnung dar. Bevor­zugen Sie reinen Ökostrom, können Sie jedoch auch diesen nutzen. Die innogy Strom­kenn­zeichnung zeigt für das Jahr 2019 folgende Energie­an­teile im Standard­tarif:

  • erneu­erbare Energien nach EEG: 55,6%
  • sonstige erneu­erbare Energien: 0,1%
  • Kohle: 35,9%
  • Kernkraft: 6,2%
  • Erdgas: 1,9%
  • sonstige fossile Energien: 0,3%

Wie sieht der Strommix 2020 in Europa aus?

Deutschland gilt als ein Vorreiter in der Energie­po­litik und verfügt über einen vergleichs­weise hohen Anteil an nachhal­tigen Energie­trägern im Strommix. In den Nieder­landen, Norwegen, Schweden und Dänemark setzen die Strom­an­bieter ebenfalls auf einen hohen Anteil erneu­er­barer Energien bei der Zusam­men­stellung ihrer Strom­tarife. Diese Länder profi­tieren wie Großbri­tannien und Italien von einem direkten Zugang zum Meer, so dass mit Wind- und Wasser­kraft eine großflä­chige Gewinnung nachhal­tiger Energien möglich ist.

In der Europäi­schen Union findet jedoch nur eine langsame Anpassung an den Klima­wandel statt. Bis heute fehlt ein einheit­liches Konzept, das alle Staaten in Europa dazu auffordert, die gleichen Klima­ziele festzu­legen und einzu­halten. Inwieweit das neuartige Corona­virus zu einer dauer­haften Verän­derung der Klima­po­litik beiträgt, bleibt abzuwarten.

Wie wird sich der Strommix entwickeln?

Der Trend geht ganz klar in den Ausbau erneu­er­barer Energien und zur Abschaffung von Kohle- und Kernenergie. Dabei ist Italien einer der wenigen Vorreiter in der Energie­wende, da hier der vollständige Ausstieg aus der Kernenergie bereits erfolgt ist. Jedoch haben sich auch Deutschland, Öster­reich, die Schweiz und Belgien dazu entschieden, den Atomaus­stieg möglichst schnell umzusetzen. Für Frank­reich gilt das aller­dings noch nicht, da hier die Lobby der Atomin­dustrie besonders stark ist.

Grund­sätzlich hat die Reaktor­ka­ta­strophe im japani­schen Fukushima in 2011 ein großes Umdenken in der Energie­po­litik ausgelöst. Heute sind in Japan nur noch zwei von ursprünglich 48 Atomkraft­werken in Betrieb, so dass sich auch hier der Strom- und Energiemix im Laufe der letzten Jahre zugunsten erneu­er­barer Energien entwi­ckelt hat. Im Weiteren geht es vor allem darum, durch die Nutzung regene­ra­tiven Energien CO2-Emissionen einzu­sparen. So ist die Reduzierung von klima­schäd­lichem CO2 eine maßgeb­liche Aufgabe für das Erreichen gesetzter Klima­ziele.