Strompreise pro kWh — jetzt berechnen!

Der Strom­preis pro Kilowatt­stunde (kWh) ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Grund hierfür ist unter anderem die Energie­wende, die durch die Förderung und Produktion von regene­ra­tivem Ökostrom voran­ge­trieben wird. Das kostet jede Menge Geld, das Sie als Verbraucher aufbringen müssen. So lag der durch­schnitt­liche Strom­preis pro Kilowatt­stunde (kWh) im Jahr 2000 bei lediglich 13,94 Cent pro kWh. Seither hat sich der Preis mehr als verdoppelt, so dass Sie im Jahr 2020 über 31 Cent pro Kilowatt­stunde bezahlen. Dieser Betrag setzt sich regulär aus einem Arbeits- und Grund­preis zusammen, wobei neben dem Arbeits- bzw. Verbrauchs­preis auch der monat­liche Grund­preis stark angestiegen ist. Dieser liegt heute bei ca. 11 € pro Monat und hat ebenfalls einen maßgeb­lichen Einfluss auf den jährlichen Strom­preis. Gerade bei einem geringen Strom­ver­brauch von bis zu 1.000 kWh im Jahr kann der festge­legte Grund­preis bis zu 30% an den Gesamt­strom­kosten ausmachen.

Die obige Infografik zeigt, wie sich der Strom­preis pro kWh von 2000 bis 2020 entwi­ckelt hat. Darüber hinaus erfahren Sie im folgenden Ratgeber, wie Sie Ihren Strom­preis pro Kilowatt­stunde berechnen und was ein Grund­preis bzw. Arbeits­preis ist. Dabei erklären wir Ihnen auch, warum die Preise stetig steigen und was Sie dagegen tun können.

Was ist eine Kilowattstunde?

Watt ist die Maßeinheit für die elektrische Leistung, die ganz einfach mit dem Buchstaben “W“ abgekürzt wird. Da wir bei der Berechnung des Strom­preises pro kWh von Kilowatt­stunden sprechen, multi­pli­zieren wir ein Watt mit dem Faktor 1.000. So handelt es sich bei einer Kilowatt­stunde Strom um ganze 1.000 Watt. Mit dieser Einheit können wir nun unsere Kosten pro Kilowatt (€/kW) berechnen, deren Preis­angabe üblicher­weise in Cent pro kW erfolgt. Unter Einbe­ziehung der Zeit sprechen wir bei einer Vorgabe von einer Stunde letztlich von Kilowatt­stunden, die die Grundlage für die Strom­preis­be­rechnung bilden.

  • ein Kilowatt (kW) = 1.000 Watt
  • ein Kilowatt pro Stunde (kWh) = 1.000 Watt pro Stunde
  • Preis­angabe in: Cent/kWh bzw. €/kWh

Wie kann ich den Strompreis pro kWh berechnen?

Die Strom­ver­sorger errechnen den angebo­tenen Strom­preis pro kWh aus verschie­denen Kosten- und Preis­be­stand­teilen. Hierzu gehören Netznut­zungs­ge­bühren, Vertriebs- und Beschaf­fungs­kosten sowie ein hoher Anteil an staat­lichen Abgaben, Umlagen und Steuern, zu denen u. a. die Strom­steuer und die Mehrwert­steuer zählen. Wie genau sich Ihr Strom­preis zusam­men­setzt, können Sie Ihrem Vertrag entnehmen oder alter­nativ beim Anbieter wie E.ON oder Vattenfall Deutschland erfragen.

Wenn Sie Ihren Strom­preis für eine kWh selbst berechnen möchten, sollten Sie von einem Grund­preis von ca. 31 Cent pro kWh ausgehen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass Sie den Strom­ver­brauch Ihrer Elektro­geräte kennen. Entspre­chende Infor­ma­tionen hierzu finden Sie auf den Typen­schildern Ihrer Geräte bzw. in den vorhan­denen Produkt- und Leistungs­be­schrei­bungen. Dabei erfolgt die Angabe in Watt bzw. Kilowatt. Ausgehend von einem Strom­ver­brauch von beispiels­weise 300 Watt pro Stunde lautet die Berechnung des Strom­preises wie folgt:

  • 300 Watt = 0,3 kW, 31 Cent = 0,31 Euro
  • 0,3 kW x 0,31 Euro/kWh = 0,09 Euro pro Stunde

Die Nutzung des jewei­ligen Gerätes kostet Sie nach obiger Rechnung 9 Cent pro Stunde netto. Dazu kommt die Mehrwert­steuer in Höhe von 19 %. Der Brutto­ar­beits­preis liegt folglich bei 10,71 Cent pro Stunde.

Was kostet der Strom pro kWh?

Im Jahr 2017 lag der Strom­preis pro kWh bei etwa 29 Cent. Dieser ist aller­dings jährlichen Schwan­kungen ausge­setzt, die sich unter anderem aus der Anpassung der EEG-Umlage zum 15. Oktober eines jeden Jahres ergeben. 2018 wurden durch­schnittlich 29,47 Cent pro kWh fällig, die in 2019 auf über 30 Cent angestiegen. Aufgrund der neuen Strom­preis­er­höhung ab Januar 2020 kostet eine Kilowatt­stunde Strom heute über 31 Cent pro kWh (siehe obige Infografik).

Wie hat sich der Preis in Deutschland entwickelt?

In den letzten 20 Jahren ist der Strom­preis unauf­haltsam angestiegen. Ein Grund für die negative Strom­preis­ent­wicklung ist unter anderem die Abkehr von der Kernenergie, die nach dem Reaktor­unfall im japani­schen Fukushima beschlossen wurde. Dazu kommen höhere Erzeu­gungs­kosten sowie höhere staat­liche Abgaben, die innerhalb von 15 Jahren von 40 auf 55 % gestiegen sind. Hierzu gehört unter anderem die Anhebung der Mehrwert­steuer von 16 auf 19 % zum ersten Januar 2007. Seit 2012 fällt zudem die Umlage aus der Strom­netz­ent­gelt­ver­ordnung und seit 2013 die Offshore-Haftungs­umlage an. Beide Umlagen haben zu einer Erhöhung des Strom­preises pro kWh geführt. Die jährliche Erhöhung der EEG-Umlage trägt ebenso zu einer Preis­er­höhung bei.

Wie bereits angekündigt, wird die staat­liche EEG-Umlage zum 01. Januar 2021 gesenkt, jedoch erreicht diese mit voraus­sichtlich 6,506 Cent pro kWh nach wie vor nicht den Stand von 2019. Hier lag die Umlage bei 6,41 Cent pro kWh. (Stand 2020: 6,756 Cent). Da auch die Netznut­zungs­ge­bühren stetig steigen, ist weiterhin mit einer Strom­preis­er­höhung ab 2020 zu rechnen.

Warum steigen die Strompreise pro kwh ständig?

Die Preise steigen nicht nur aufgrund der Erhöhung staat­licher Abgaben. Gaskraft­an­lagen und Stein­koh­le­werke arbeiten heute nicht mehr rentabel, da der Braun- und Stein­koh­le­abbau kaum noch gefördert wird. Dies bekommen Sie als Privat­haushalt ebenso mit wie die großen Unter­nehmen. Deutschland hat sich entschieden, langfristig vollständig auf erneu­erbare Energie­quellen umzusteigen. Den Preis dafür zahlen wir alle. Doch was kann ich dagegen tun? Ganz einfach, wechseln Sie Ihren Strom­an­bieter. Im Falle einer Strom­preis­er­höhung steht Ihnen ein Sonder­kün­di­gungs­recht zu, so dass Sie nicht an lange Vertrags­lauf­zeiten und Kündi­gungs­fristen gebunden sind.

kWh Kosten auf jährlicher Stromrechnung überprüfen

Wieviel Sie wirklich pro kWh Strom bezahlen, erfahren Sie auf Ihrer jährlichen Strom­rechnung. Neben den Angaben zu Zähler­nummer und Zähler­stand finden Sie hier Ihren exakten Strom­ver­brauch. Dieser dient als Basis zur Berechnung der Strom­kosten, die sich aus dem Preis pro kWh und der Anzahl verbrauchter Kilowatt­stunden ergeben. Dabei sind sämtliche Arbeits­preise und Grund­preise in Euro bzw. Cent pro kWh auf der Rechnung angegeben. Der Grund­preis bleibt in der Regel gleich, während sich der Arbeits­preis mit der Anpassung von Gebühren und staat­lichen Abgaben stetig ändert. Gerade wenn Sie viel Strom verbrauchen, profi­tieren Sie von einem niedrigen Arbeits­preis pro kWh Strom. Denn dieser macht sich auch auf Ihrer Strom­rechnung bemerkbar. Sind Sie der Meinung, dass Sie zu viel für Ihren Strom bezahlen, haben Sie nur zwei Möglich­keiten. Sie können Ihren Strom­ver­brauch der Umwelt zuliebe reduzieren oder einfach Ihren Strom­an­bieter wechseln.

Stromvergleich nutzen & günstige Preise finden

Reagieren Sie auf Strom­preis­er­hö­hungen und kündigen Sie Ihren aktuellen Strom­an­bieter. Doch bevor Sie das tun, sollten Sie sich in einem trans­pa­renten und kosten­losen Strom­ver­gleich über mögliche Einspa­rungs­po­ten­tiale infor­mieren. Oft werben Strom­ver­sorger mit Boni wie Preis­nach­lässen, die hohe Erspar­nisse versprechen.

Darüber hinaus können Sie die Strom­kosten auf Ihrer Jahres­rechnung auch durch einen gerin­geren Strom­ver­brauch senken. Nutzen Sie z. B. LED-Lampen und Elektro­geräte mit geringer Wattleistung, so dass Ihr Strom­preis pro verbrauchte Kilowatt­stunde nicht zu hoch ausfällt. Energie­ef­fi­ziente Neugeräte sind mit Anschaf­fungs­kosten verbunden. Diese können sich jedoch bereits nach wenigen Jahren amorti­sieren.