Strompreisentwick­lung in Deutschland

Die Strom­preis­ent­wicklung kennt seit Jahren nur einen Weg, so dass die Preise steigen und steigen. Schon heute zahlen wir in Deutschland die höchsten Strom­preise in Europa. Doch leider wird der Strom im Jahr 2020 noch einmal teurer. Die jüngsten Preis­ent­wick­lungen zeigen einen Anstieg von weiteren 5 %. Für diese Entwicklung sind jedoch nicht nur die örtlichen Strom­an­bieter verant­wortlich.

Die größte Verant­wortung für die stetige Preis­er­höhung trägt der deutsche Staat. Dank regel­mä­ßiger Steuer­erhö­hungen sowie neuer Abgaben hat sich der staat­liche Anteil an den Strom­kosten von etwa 25 Prozent im Jahr 1998 auf mehr als 54 Prozent in 2018 erhöht. Damit entfallen mehr als die Hälfte Ihrer Strom­kosten auf staat­liche Abgaben und Umlagen. Dazu gehören u. a.:

  • EEG-Umlage (Abgabe gemäß dem Erneu­er­baren Energien Gesetz)
  • Strom­steuer
  • Mehrwert­steuer u. v. m.

steigende Strompreise in Deutschland

Entwicklung der EEG-Umlage

Die EEG-Umlage wurde im Jahr 2010 einge­führt und dient der Förderung und Produktion erneu­er­barer Energien. Im Jahr 2010 lag die Umlage bei lediglich 2,05 Cent pro kWh. Im Jahr 2017 wurde mit 6,88 Cent pro kWh ein neuer Höchstwert erreicht, der mit 6,756 Cent im Jahr 2020 nicht überschritten wird. Insgesamt ist die Entwicklung der EEG-Umlage jedoch recht eindeutig. Sie macht heute gut 23 % des gesamten Strom­preises aus.

Abgaben für die Stromsteuer

Die Strom­steuer gibt es seit dem Jahr 1999 und hat ebenfalls die Förderung erneu­er­barer Energien als Grundlage. Daher wird Sie häufig auch als Ökosteuer bezeichnet. Seit dem Jahr 2003 beträgt die Strom­steuer 2,05 Cent pro kWh und gilt für alle Privat­haus­halte. Unter­nehmen haben die Möglichkeit, sich von der Strom­steuer befreien zu lassen.

Anhebung der Mehrwertsteuer

Die Mehrwert­steuer wurde bereits im Jahr 1968 einge­führt und wird seither in regel­mä­ßigen Abständen erhöht. Die letzte Erhöhung gab es im Jahr 2007, als die Steuer von 16 auf 19 % angehoben wurde. Dies hat sich auch auf den Strom­preis ausge­wirkt. Dabei ist zu beachten, dass die Mehrwert­steuer auch auf die EEG-Umlage und Strom­steuer anfällt. Für Sie als Verbraucher bedeutet das eine doppelte Steuerlast, die sich negativ auf die Strom­preis­ent­wicklung in Deutschland auswirkt.

Höhere Netzentgelte sorgen für eine ansteigende Strompreisentwicklung

Die Netzent­gelte steigen von Jahr zu Jahr an. Diese werden auf die Nutzung der Strom­netze erhoben und sind ebenfalls vom Verbraucher zu entrichten. Im Jahr 2010 lag das durch­schnitt­liche Netzentgelt bei 5,81 Cent pro kWh. Aktuell sind es über 7 Cent pro kWh, wobei ein fortlau­fender Anstieg bis 2030 voraus­gesagt wird. Im Jahr 2020 steigen die Entgelte um weitere 7 % an, da alle vier großen Strom­netz­be­treiber in Deutschland (Amprion GmbH, Tennet TSO GmbH, Trans­netBW GmbH sowie die 50Hertz Trans­mission GmbH) ihre Netznut­zungs­ge­bühren erhöht haben.

Wie hat sich der Strompreis pro kWh entwickelt?

Seit dem Jahr 2000 hat sich der durch­schnitt­liche Strom­preis pro kWh von 13,94 Cent/kWh auf 29,42 Cent/kWh in 2018 deutlich erhöht. Somit sind die Strom­kosten eines deutschen Privat­haus­halts im Durch­schnitt jährlich um etwa 6 Prozent angestiegen. Maßgeb­liche Faktoren für die Preis­stei­gerung waren höhere Steuern. Für das Jahr 2020 wird ein durch­schnitt­licher Strom­preis von ca. 32 Cent pro kWh prognos­ti­ziert. Das ist eine Rekord-Entwicklung.

Dabei sorgten vor allem die Einführung der Ökosteuer und EEG-Umlage für einen konti­nu­ier­lichen Preis­an­stieg. Eine Entlastung privater Haushalte ist zumindest bis 2020 nicht in Sicht, da die EEG-Umlage für das Jahr 2020 erneut erhöht wurde. Die Umsetzung des staat­lichen Klima-Paketes verspricht eine Senkung der Umlage ab dem Jahr 2021. Dabei wird die Umlage um zunächst 0,25 Cent pro kWh gesenkt. Ab 2022 soll es weitere Senkungen der Umlage geben, so dass sich die Entwicklung der Strom­preise wieder etwas erholen kann.

Strompreisentwicklung von 2000 bis 2020

Strompreisentwicklung 2019

Die Preise sind zum 01. Januar 2019 um gut 1 Cent pro verbrauchter kWh angestiegen. Wesent­liche Kosten­fak­toren waren gestiegene Netzent­gelte und Erzeu­ger­preise. Doch auch unabhängig davon, ob die Strom­an­bieter den Strom zu günstigen Kondi­tionen auf der Strom­börse in Leipzig erwerben, steigen die Preise an. Die Leidtra­genden sind die Verbraucher.

Strompreisentwicklung 2018

Im Jahr 2018 gab es seit langen wieder einmal eine kleine Entlastung in der Strom­preis­ent­wicklung. Das lag u. a. an der Senkung der EEG-Umlage, so dass auch eine geringere Mehrwert­steuer anfiel. Dafür sind die Kosten für die Beschaffung und den Vertrieb von Strom etwas gestiegen. Die Netzent­gelte waren hingegen entspannt.

Strompreisentwicklung 2017

Zu Beginn des Jahres 2017 stiegen die Strom­preise bei den meisten Anbietern deutlich an. Von der Preis­ent­wicklung waren insgesamt etwa 16 Millionen Haushalte in Deutschland betroffen. Im Durch­schnitt stiegen die Strom­preise im Jahr 2017 um ca. 3,5 Prozent. Die Kosten für eine Kilowatt­stunde Strom lagen bei rund 29,2 Cent. Davon entfielen 6,880 Cent pro kWh auf die EEG-Umlage.

Strompreisentwicklung 2016

Im Jahr 2016 lag der durch­schnitt­liche Strom­preis bei 28,69 Cent. Damit war er im Vergleich zum Vorjahr etwas gesunken, denn in 2015 lag der Strom­preis bei 28,81 Cent/kWh. Als Haupt­ur­sache für den minimalen Preis­rückgang wurden insbe­sondere günstige Großhan­dels­preise an der Strom­börse sowie die leichte Senkung der EEG-Umlage um 0,07 Cent/kWh angesehen. Der Anteil an Steuern und Abgaben lag in diesem Jahr bereits bei etwa 51,8 Prozent.

Prognose für die Preisentwicklung ab 2020

Nach ersten Prognosen werden die Preise ab 2020 weiter ansteigen, da über 400 Grund­ver­sorger Strom­preis­er­hö­hungen angekündigt haben. Davon sind ca. 4 Millionen Haushalte in Deutschland betroffen. Da wir auf dem Weltmarkt kaum mit sinkenden Strom­preisen rechnen können, ist es wahrscheinlich, dass die Strom­preise auch mit einer sinkenden EEG-Umlage weiter ansteigen werden.

Die Abschaffung fossiler Brenn­stoffe und der stufen­weise Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022 haben ihren Preis. Diesen haben Sie als Verbraucher zu bezahlen. Das Ziel ist eine umwelt­ver­träg­liche Gesamt­lösung, die vor allem durch die Förderung von Ökostrom umgesetzt wird.

Preiserhöhung durch Anbieter erhalten?

Die Strom­an­bieter sind dazu verpflichtet, Sie recht­zeitig über anste­hende Preis­er­hö­hungen zu infor­mieren. Wenn Sie eine entsprechen Ankün­digung erhalten haben, können Sie von Ihrem Sonder­kün­di­gungs­recht Gebrauch machen. In der Regel beträgt die Kündi­gungs­frist zwei Wochen und schon können Sie zu einem günsti­geren Anbieter wechseln. Die kurze Kündi­gungs­frist ist im Übrigen auch gültig, wenn Sie noch beim Grund­ver­sorger sind.

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Welche Einsparpotentiale gibt es?

Die Höhe der Ersparnis ist von Ihrem aktuellen Tarif abhängig. Dabei tritt die Ersparnis selbst dann ein, wenn Sie im Folgejahr keinen höheren Strom­preis bezahlen. Dies erreichen Sie vor allem dann, wenn Sie jährlich kündigen und von günstigen Prämien und Cashback-Angeboten der Anbieter profi­tieren. Diese gibt es vor allem für Neukunden, so dass je nach Tarif eine Ersparnis von bis zu mehreren Hundert Euro im Jahr möglich ist. Dabei kommen über die Jahre hinweg schnell mehrere Tausend Euro zusammen. Ein Wechsel kann sich also lohnen. Dieser ist sehr einfach und dauert in der Regel nur wenige Minuten.