Gasrechnung prüfen? — Tarife vergleichen!

Wenn Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung mit Gas beheizen, erhalten Sie einmal im Jahr eine Gasrechnung. Das gilt vor allem dann, wenn Sie als Haus- bzw. Wohnungs­ei­gen­tümer in Ihren eigenen vier Wänden wohnen und der Gasvertrag auf Ihren Namen läuft. Andern­falls erfolgt die jährliche Gasab­rechnung über die Eigen­tü­mer­ge­mein­schaft bzw. über die zuständige Hausver­waltung, die die entste­henden Gaskosten über die Betriebs­kosten verrechnet.

Regulär zahlen Sie jeden Monat einen Abschlag für Ihre Gaskosten. Dieser orien­tiert sich an Ihrem geschätzten Gasver­brauch und ist maßgeblich für die Erstellung Ihrer jährlichen Gasrechnung. So erhalten Sie zum Ende einer Vertrags­pe­riode von max. einem Jahr eine ausführ­liche Gas-Endab­rechnung, die Ihren tatsäch­lichen Verbrauch berück­sichtigt. Daraus ergibt sich entweder eine Rückzahlung bereits gezahlter Abschläge oder eine Nachzahlung. Im Falle einer Gas-Nachzahlung war Ihr tatsäch­licher Verbrauch höher als Ihr geschätzter Verbrauch, so dass dies automa­tisch Mehrkosten für Sie bedeutet.

Gasrechnung prüfen, Tarife vergleichen

Wie setzen sich die Kosten zusammen?

Die Gasrechnung zeigt Ihnen die vollstän­digen Kosten der jewei­ligen Abrech­nungs­pe­riode für Ihren Gaszähler. Dabei teilen sich die Gesamt­kosten in eine fixe monat­liche Grund­gebühr sowie die variablen Verbrauchs­kosten auf. Da sich die Verbrauchs­kosten aus Ihrem vertraglich verein­barten Arbeits­preis pro Kilowatt­stunde und Ihrem Gasver­brauch in kWh ergeben, sprechen wir bei diesem Kosten­block von einer leistungs­be­zo­genen Abrechnung. Die angegeben Daten sind Brutto­daten und beinhalten die Mehrwert­steuer und die Erdgas­steuer, die Teil des Arbeits­preises sind. Die folgende Beispiel­rechnung soll Ihnen die Zusam­men­setzung der Gasrechnung verdeut­lichen.

  • monat­licher Grund­preis: ca. 12 € monatlich = 144 € jährlich
  • Verbrauchs­preis: ca. 6 Cent pro kWh
  • Verbrauch: 5.000 kWh (50 m² Wohnung)
  • Verbrauchs­kosten: 0,06 € x 5.000 kWh = 300 €
  • Höhe der Gasrechnung: 444 € im Jahr

Achtung: Einige Gasrech­nungen werden in Kubik­metern (m³) angegeben und setzen die Angabe eines Brenn­wertes und einer Zustandszahl voraus. Zudem sind Angaben zum Energiemix gesetzlich verpflichtend. Dazu gehört auch die Angabe möglicher CO2-Emissionen.

Gasrechnung zu hoch — was jetzt?

Ist Ihre Gasrechnung zu hoch, kann dies unter­schied­liche Gründe haben. Verge­wissern Sie sich, dass Ihr Grund- bzw. Arbeits­preis nicht gestiegen ist und schauen Sie sich Ihren jährlichen Gasver­brauch an. Sofern vorhanden, sollten Sie Ihre aktuelle Abrechnung mit Ihrer Vorjah­res­rechnung abgleichen. So können Sie sehen, ob entweder der Preis oder Ihr Verbrauch gestiegen ist. In beiden Fällen haben Sie nur drei Handlungs­mög­lich­keiten:

  • Sie handeln nicht und alles bleibt, wie es ist.
  • Sie senken Ihren jährlichen Gasver­brauch.
  • Sie wechseln zu einem günsti­geren Gasan­bieter.

Tipp: Mit einem Gasrechner können Sie bis zu mehrere 100 Euro jährlich einsparen. Wie das geht? Rechnen Sie Ihre Kosten aus und vergleichen Sie Ihren Tarif mit den Gasta­rifen alter­na­tiver Anbieter. Gerade als Neukunde erhalten Sie bei einem Wechsel attraktive Prämien und Boni, die Sie vom Vertrags­ab­schluss überzeugen sollen.

Bei einer falschen Gasrechnung Anbieter kontaktieren

Nicht immer stimmt die Rechnung Ihres Gasan­bieters mit Ihren korrekten Angaben überein, da sich auch bei großen Anbietern Fehler einschleichen können. Diese können teuer werden. Aus diesem Grund sollten Sie immer Ihre Gasab­rechnung prüfen und bei Fehlern sofort Wider­spruch einreichen. Fällt Ihnen der Fehler nicht auf, müssen Sie die Rechnung begleichen. Grund­sätzlich ist es wichtig, dass Sie die Gasrechnung nachvoll­ziehen können, um diese umfassend zu überprüfen.

Die meisten Rechnungen sind nach einem ähnlichen Muster aufgebaut. In der Regel finden Sie bereits auf der ersten Seite die Verbrauchs­menge in Kubik­metern. Die Kubik­meter werden mit der Zustandszahl und dem Brennwert multi­pli­ziert, um die verbrauchten Kilowatt­stunden zu berechnen. Einzel­heiten und Rechnungs­de­tails können Sie aus den Folge­seiten Ihrer Gasrechnung entnehmen.

Rechnung prüfen lassen

Zunächst sollten Sie Ihre Rechnung eigen­ständig prüfen. Sind Sie mit der Rechnung überfordert, empfehlen wir Ihnen direkt mit Ihrem Versorger in Kontakt zu treten. Dieser kann Ihnen wichtige Fragen beant­worten und Sie bei der Rechnungs­prüfung unter­stützen. Darüber hinaus gibt es unabhängige Insti­tu­tionen, die Ihnen bei der Prüfung Ihrer Gasrechnung behilflich sein können. Dazu gehört z. B. der Bund der Energie­ver­braucher. Beachten Sie jedoch, dass die profes­sio­nelle Prüfung von Rechnungen nur Mitgliedern möglich ist und zudem eine Kosten­pau­schale anfällt. Alter­nativ dazu können Sie sich jederzeit an Verbrau­cher­or­ga­ni­sa­tionen wie z. B. die örtlichen Verbrau­cher­zen­tralen wenden, um mögliche Unklar­heiten zu klären.

Rechnung für Gas prüfen

Wissenswertes: Brennwert oder Heizwert?

Der Brennwert und der Heizwert sind unter­schied­liche Angaben. Der Heizwert bezeichnet nur die Wärme­en­ergie, welche bei der Verbrennung des Gases entsteht. Der Brennwert hingegen enthält auch die Wärme, die durch die Konden­sation des entste­henden Wasser­dampfes freige­setzt wird. Der Brennwert liegt in der Regel knapp sechs Prozent über dem Heizwert und ist zudem für die Berechnung der verbrauchten Kilowatt­stunden notwendig.

Wer bezahlt die Gasabrechnung?

Wer die Gasab­rechnung bezahlt, hängt häufig vom baulichen Zustand einer Immobilie ab. Verfügt Ihre Wohnung über einen eigenen Gaszähler, erfolgt die Abrechnung direkt über Sie als Eigen­tümer bzw. Mieter der jewei­ligen Immobilie. Das heißt auch, dass Sie Ihren Gasvertrag direkt mit dem Gasan­bieter abschließen können und entspre­chende Abschlags­zah­lungen ohne Umwege begleichen. Bei zentral beheizten Immobilien mit mehreren Wohnungs­ein­heiten ist es hingegen etwas schwie­riger. Hier erfolgt die Abrechnung der Gaskosten regulär über die Eigen­tümer bzw. über die damit beauf­tragte Hausver­waltung. Entspre­chende Abschlags­zah­lungen können über die Neben­kos­ten­vor­aus­zahlung für Ihre Heizung und Ihr Warmwasser reali­siert werden. Als Basis gelten vorhandene Verbrauchs­daten.

Rechnung nicht bezahlt — Und jetzt?

Wenn Sie Ihre Gasrechnung nicht bzw. nicht pünktlich bezahlen, kann dies Ihre Gaslie­ferung gefährden. Wichtig ist, dass Sie im Falle eines Zahlungs­ver­zuges direkt und sofort mit Ihrem Gasan­bieter Kontakt aufnehmen und die Situation erklären. Das gilt vor allem dann, wenn Sie die pünkt­liche Zahlung der Gasrechnung einfach nur vergessen haben. Sollten Sie vor finan­zi­ellen Engpässen stehen, ist auch das ein Thema für ein persön­liches Gespräch mit Ihrem Gasan­bieter. Viele Anbieter sind kulant und bieten die Möglichkeit der Raten­zahlung, um die Höhe der zu zahlenden Abrech­nungs­summe einfacher zu bewäl­tigen.

Sind rückwirkende Gasabrechnungen möglich?

In der Regel ist eine rückwir­kende Gasab­rechnung nur selten möglich. Schließlich muss der Gasan­bieter darauf vertrauen, dass Sie nach einem Jahr in der Lage sind, die volle Rechnungshöhe sofort und unmit­telbar nach Rechnungs­legung zu begleichen. Die Anbieter nutzen bevorzugt das Modell der Abschlags­zahlung, da somit große Rechnungs­summen bei der Gasab­rechnung vermieden werden. Dies gilt sowohl für Rückzah­lungen als auch Nachzah­lungen.

Wie lange muss ich die Gasrechnung aufbewahren?

Die Aufbe­wah­rungs­frist liegt bei drei Jahren, wobei Sie als Verbraucher nicht dazu verpflichtet sind, die Gasab­rech­nungen aufzu­heben. Die Aufbe­wahrung betrifft in erster Linie Eigen­tümer, Eigen­tü­mer­ge­mein­schaften, Hausver­wal­tungen und Vermieter. Nach Ablauf der Frist verjähren sämtliche Ansprüche und Forde­rungen, die sich aus der Abrechnung ergeben.