Stromrechnung zu hoch? — Tarife vergleichen!

Die jährliche Strom­rechnung zeigt Ihren tatsäch­lichen Strom­ver­brauch sowie die damit verbun­denen Kosten an. In der Regel zahlen Sie als Strom­kunde monatlich einen festen Abschlag, der sich an Ihren geschätzten Verbrauchs­werten orien­tiert. In der Jahres­ab­rechnung werden die gezahlten Beträge mit den tatsäch­lichen Verbrauchs­werten abgestimmt und entspre­chend abgerechnet.

Liegt der tatsäch­liche Verbrauch höher als ursprünglich angenommen, wird eine Nachzahlung fällig. Bei einem niedri­geren Verbrauch erhalten Sie eine Erstattung. Je nach nachdem, ob Sie eine Erstattung oder eine Nachzahlung erhalten, können Ihre künftigen Abschläge angepasst werden. Auf Wunsch können Sie auch freiwillig eine höhere monat­liche Abschlags­zahlung leisten, so dass die Wahrschein­lichkeit einer Erstattung höher ist, als die einer Nachzahlung.

Stromrechnung mit Erstattung oder Nachzahlung

Angaben in der Stromrechnung

Für Sie als Kunden sind insbe­sondere der zukünftige Abschlagsplan, als auch der finale Rechnungs­betrag relevant. Diese Angaben finden Sie regulär auf der ersten Seite Ihrer Strom­rechnung. Hier werden der tatsäch­liche Abrech­nungs­betrag mit Mehrwert­steuer sowie die bereits gezahlten Abschläge aufge­führt. Die künftigen Abschläge basieren auf dem tatsäch­lichen Verbrauch sowie dem aktuellen Preis für eine Kilowatt­stunde Strom.

  • tatsäch­licher Verbrauch x Preis pro kWh Strom
  • Rechnungs­betrag mit Hinweis auf Erstattung bzw. Nachzahlung
  • Angaben inklusive Mehrwert­steuer

Auf den folgenden Seiten Ihrer Strom­rechnung finden Sie Infor­ma­tionen wie die Nummer des Zählers und die Zähler­stände zu Beginn und Ende des Abrech­nungs­zeit­raums. Ebenfalls wichtig sind die Angaben zum Strom­tarif, Grund­preis und Arbeits­preis. Der Gesetz­geber fordert eine Reihe von Pflicht­an­gaben, zu denen beispiels­weise die Strom­kenn­zeichnung, die Vertrags­dauer, die Kündi­gungs­frist und der nächst­mög­liche Kündi­gungs­termin gehören.

Online-Rechnungen auf dem Vormarsch

Die klassische Strom­rechnung wird in der Regel einmal jährlich in Papierform per Post zugestellt. Bei vielen Anbietern erhalten Sie jedoch heute nur noch eine Online-Rechnung. Bei dieser Rechnungsart ist das entspre­chende Formular im Kunden­center Ihres Strom­an­bieters für Sie einsehbar. Sie können die Online-Rechnung jederzeit abrufen. Dazu benötigen Sie lediglich Ihre Login- bzw. Kunden­daten, die Sie bei Ihrem Vertrags­ab­schluss erhalten haben.

Was ist ein Abschlag?

Bei einem Abschlag handelt es sich um eine regel­mäßige, in der Regel monat­liche Anzahlung für die Strom­lie­ferung. Die Höhe der Abschlags­zahlung an den Strom­lie­fe­ranten ergibt sich aus dem aktuellen Strom­preis sowie dem geschätzten Jahres­ver­brauch in Ihrem Haushalt. Dabei werden die geschätzten Kosten auf 11 bzw. 12 Monate verteilt, um den finalen Abschlag pro Monat zu berechnen.

Regulär wird der neue Abschlag auf Basis von Vorjah­res­werten bestimmt. Häufig erhalten Sie auch eine Zwischen­rechnung, aus der die aktuellen Verbrauchs­werte zu entnehmen sind.

Ist meine Stromrechnung steuerlich absetzbar?

Sofern die Strom­kosten berufs­ori­en­tiert sind, haben Sie die Möglichkeit diese in Ihrer privaten Steuer­erklärung anzugeben und abzusetzen. Dies ist u. a. dann möglich, wenn Sie ein privates Arbeits­zimmer haben, in dem Sie einer haupt­be­ruf­lichen bzw. neben­be­ruflich zu versteu­ernden Tätigkeit nachgehen.

Welcher Stromverbrauch ist normal?

Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob sich Ihr Strom­ver­brauch in einem normalen Rahmen bewegt? Um dies zu überprüfen, sollten Sie entspre­chende Vergleichs­werte als Basis nehmen. Generell können die folgenden Werte als durch­schnitt­liche Richt­werte angesehen werden:

  • 1‑Per­sonen-Haushalt: bis 1.500 kWh/ Jahr
  • 2‑Per­sonen-Haushalt: bis 2.500 kWh/ Jahr
  • 3‑Per­sonen-Haushalt: bis 3.500 kWh/ Jahr
  • 4‑Per­sonen-Haushalt: über 4.000 kWh/ Jahr

Der tatsäch­liche Jahres­ver­brauch hängt neben der Anzahl der Personen im Haushalt noch von weiteren Faktoren ab. Dabei spielt vor allem auch Ihre Wohnungs­größe sowie die Anzahl Ihrer Haushalts­geräte eine wichtige Rolle. Wie allgemein bekannt, haben Wäsche­trockner, Wasch­ma­schinen sowie der Herd und der Kühlschrank einen hohen Strom­ver­brauch, der sich maßgeblich auf die Höhe Ihrer Strom­rechnung auswirkt. Zudem hat die Warmwas­ser­auf­be­reitung mit Strom ebenfalls einen großen Einfluss auf den Jahres­ver­brauch. So kann ein Durch­lauf­er­hitzer 1.000 kWh pro Jahr oder mehr verbrauchen.

Stromabrechnung nach Verbrauch

Ist eine Verjährung der Stromrechnung möglich?

Allgemein sieht der Gesetz­geber nach § 199 Abs. 1 BGB für Forde­rungen eine Verjäh­rungs­frist von drei Jahren vor. Aufgrund einer schwam­migen Formu­lierung in der Stromgrund­versorgungsverordnung ist hier die Rechtslage jedoch nicht eindeutig. Als Verbraucher können Sie ausschließlich innerhalb von drei Jahren ab Zustellung der Strom­rechnung auf eine fehler­hafte bzw. unrecht­mäßige Rechnung reagieren.

Wie lange muss ich die Rechnung aufbewahren?

Mit Blick auf die gesetz­liche Verjäh­rungs­frist sollten Sie die Strom­rechnung mindestens drei Jahre aufbe­wahren. Dabei beginnt die Verjäh­rungs­frist nicht mit dem Ende des Kalen­der­jahres, da hier in erster Linie der Tag der Rechnungs­stellung entscheidend ist. Sie sind auf der sicheren Seite, wenn Sie auf das folgende Kalen­derjahr eine Frist von drei Jahren addieren und diese Zeit als Aufbe­wah­rungs­frist heran­ziehen.

Wo kann ich die Stromrechnung prüfen lassen?

Bei dem Verdacht auf eine fehler­hafte Abrechnung sollten Sie sich direkt an Ihren Strom­an­bieter wenden. Der Bund der Energie­ver­braucher bietet hier für Mitglieder einen kosten­pflich­tigen Service an, bei dem Sie die Rechnung prüfen lassen können. Zudem vermittelt die Schlich­tungs­stelle Energie bei Bedarf als unabhängige Einrichtung zwischen Versorgern und Kunden. Weitere Infor­ma­tionen erhalten Sie auch von den Verbrau­cher­zen­tralen vor Ort.

  • Prüfung durch den Bund der Energie­ver­braucher
  • örtliche Verbrau­cher­zen­trale als Anlauf­stelle

Versuchen Sie in jedem Fall eine anwalt­liche Ausein­an­der­setzung zu vermeiden, da der mögliche Streitwert vermutlich deutlich unterhalb von Anwalts- und Gerichts­kosten liegt.

Was kann ich tun, wenn meine Stromrechnung zu hoch ist?

Sind die Angaben in Ihrer Zwischen- bzw. Jahres­ab­rechnung korrekt, haben Sie nur zwei Möglich­keiten, wie Sie Ihre Strom­kosten auf einfachem Wege senken können:

  • Strom bzw. Energie einsparen (z. B. durch den Kauf umwelt­freund­licher Haushalts­geräte, der Nutzung von LED-Lampen oder das Ausschalten der Standby-Funktion an TV- und HiFi-Geräten)
  • Strom­rechner nutzen und Anbieter wechseln

Ein Wechsel des Strom­an­bieters lohnt sich vor allem dann, wenn Sie durch einen einfachen und schnellen Wechsel bis zu mehrere Hundert Euro im Jahr einsparen können. Neukunden- und Treueboni machen genau das möglich. Hinzu kommen regel­mäßige Cashback-Aktionen, bei der Sie nach einem erfolg­reichen Vertrags­ab­schluss Geld auf Ihr Konto zurück­er­halten. Besonders groß ist der Wechsel­vorteil zudem, wenn Sie in regel­mä­ßigen Abständen und am besten jährlich wechseln. Dies wirkt sich nicht nur positiv auf Ihre Strom­rechnung, sondern auch positiv auf das Wettbe­werbs­ver­halten der Strom­an­bieter aus, die um jeden Neukunden buhlen.

Ist meine Stromrechnung steuerlich absetzbar?

Sofern die Strom­kosten berufs­ori­en­tiert sind, haben Sie die Möglichkeit diese in Ihrer privaten Steuer­erklärung anzugeben und abzusetzen. Dies ist u. a. dann möglich, wenn Sie ein privates Arbeits­zimmer haben, in dem Sie einer haupt­be­ruf­lichen bzw. neben­be­ruf­lichen zur versteu­ernden Tätigkeit nachgehen. Nutzen Sie hierfür die Einträge unter Werbungs­kosten bei einer nicht­selb­stän­digen Tätigkeit bzw. die Einnahmen-Überschuss-Rechnung bei einer selbst­stän­digen Tätigkeit.